Erotik, Sex und Lust – ein Besuch auf der 22. VENUS in Berlin

Die Erotikmesse VENUS  in den Messehallen unter dem Funkturm in Berlin jährt sich dieses Jahr zum 22sten Mal. Vieles hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten getan. Wo sich früher nackte vollbusige Pornostars aneinander reihten, um hauptsächlich gelüstigen, älteren Herren ihre Vorzüge anzupreisen, trifft man heute auf Besucher jeden Alters, Geschlechts und jeder Gesellschaftsschicht. Es ist nicht zu verkennen: Die VENUS ist gesellschaftsfähig geworden. Dennoch: Die Prüderie sollte man zu Hause lassen, denn pornographische Shows und Videos sind nach wie vor ein wichtiger Bestandteil der Messe, die nicht jede Geschmäcker ansprechen. Man täte der VENUS  jedoch unrecht, wenn man sie auf eine „Porno-Messe“ reduziert.

Der Aussteller „Eis“ beispielsweise stellte neben Neuigkeiten eine Bandbreite an spielerischen Gerätschaften aus, die vom Liebhaber erotischen Spielzeugs aber auch von Neugierigen begutachtet und erklärt werden können. Auch durch die Fülle an DVDs und Dessous- Angeboten hat sich die VENUS ganz klar als Vorteil gegenüber einem einfachen Sex-Shop erwiesen. In einer eigenen Halle kommen Fans der Fetisch- und (BD-)SM-Welt auf Ihre Kosten und gewähren Nichtkennern einen interessanten Einblick. Für humorvolle, sportliche Besucher bot sich auf einem rosaroten Riesenpenis ein Ritt der besonderen Art an. Der eine und andere Reiter hat da besonderes Talent bewiesen.

Insgesamt betrachtet ist nicht zu leugnen, dass durch die übermäßige Zurschaustellung nackter weiblicher Körper hauptsächlich die Bedürfnisse der männlichen Besucher gestillt werden. Ich erkenne aber, dass immer mehr Frauen mit viel Neugier, Offenheit und Selbstbewusstsein ihre sexuellen Interessen und Vorlieben kundtun beziehungsweise dazu aufgefordert werden. Dies zeigt sich an der Vielfalt an erotischem Spielzeug (die weitaus mehr zu bieten hat als Dildos) und an der stündlichen Menstrip-Show.

Eine bekannte deutsche Männerzeitschrift schrieb, dass „Sex mit dem Partner fünfmal befriedigender ist als selbst Hand anzulegen“. Daher kann die VENUS auch für Päarchen eine lohnenswerte Quelle der Inspiration sein.

Die Erotikmesse VENUS in den Messehallen unter dem Funkturm in Berlin findet noch bis zum 14.10.2018 statt.


04.09.2018: Tag der sexuellen Gesundheit

Am Dienstag, den 04.September 2018 ist Tag der sexuellen Gesundheit.

 
Sexualität wird oft im Kontext von sexueller Gewalt, Zwangsprostitution und sexuellem Missbrauch erwähnt. Selten wird sexuelle Gesundheit thematisiert. Doch was ist sexuelle Gesundheit? Wir betrachten körperliche und psychische Gesundheit als Abwesenheit von psychischen beziehungsweise körperlichen Erkrankungen. Lauf der Deutschen STI-Gesellschaft (Gesellschaft zur Förderung der Sexuellen Gesundheit) umfasst Sexuelle Gesundheit  

 

  • Eine Umgebung, die Menschen den uneingeschränkten Genuss ihrer Sexualität als Potenzial ihrer selbst ermöglicht;
  • Freiheit von sexuellem Zwang, Missbrauch und sexueller Gewalt;
  • Schutz vor Gesundheitsproblemen im Zusammenhang mit dem Sexualleben und entsprechende Behandlung derselben
 
(Quelle: https://www.dstig.de/sexuelle-gesundheit.html, Zugriff am 02.09.2018)
 
Sexuelle Gesundheit ist ein wesentlicher Teil der menschlichen Gesundheit! Für viele Menschen ist Sexualität im Zusammenhang mit Lust und Begierde jedoch immer noch ein Tabuthema. Als Jugendlicher war man mit Fragen zur Sexualität oft alleingelassen, da die Eltern keine Aufklärung betrieben haben, in den Schulen entweder gar nicht oder zu kurz angesprochen wurde. Medien wie Zeitschriften oder Datenträger jedweder Art zeigten nur die pornographische, also technische Seite von Sex.  Sexuelle Probleme, die in der Partnerschaft aufkommen werden nicht selten unter dem Teppich gekehrt.  Das macht es schwierig, offen, frei und ohne Ängste darüber zu sprechen und Blockaden zu lösen.
 
Der 04. September steht daher nicht nur aber auch für einen lustvollen und positiven Umgang mit Sexualität.
 
So, let´s talk about sex!

 

 

Fotonachweis: Fotolia/kei907


Heirat? Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren …

Hat man einmal den Partner für Leben gefunden, steht man als Paar früher oder später vor der Frage: Sollen wir heiraten? Zahlreiche psychologische Studien bestätigen, dass die Ehe einen herausragenden positiven Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden ausübt. Zahlreiche Studien belegen, dass sowohl Frauen als auch Männer, die getrennt, geschieden, verwitwet oder nie verheiratet waren, mehr depressive Symptome aufweisen als ihre Geschlechtsgenossen, die verheiratet sind. Nun gut, dass eine Trennung, Scheidung, der Tod des Ehepartner ein Lebensereignis ist, dass naturgemäß Traurigkeit auslöst, ist bekannt [1] und dürfte wohl jedem einleuchten.

Doch hält die Ehe, was sie verspricht?

Studien zeigen, dass Männer von deutlich mehr ehelicher Unterstützung während der Ehe berichten als Frauen [2] und dass verheiratete Männer einen deutlich höheren gesundheitlichen Nutzen davontragen als Frauen [3].

Außerdem zeigte sich, dass Männer, die von ihren Partnerinnen während eines Stresstests unterstützt wurden, einen geringeren Anstieg des Stresshormons Cortisol aufwiesen als Männer, die keine soziale Unterstützung erhielten. Bei Frauen war dagegen die Unterstützung durch den Partner mit einem stärkeren Cortisol-Anstieg assoziiert [4].

Über die Unterschiede darf spekuliert werden.

[1] Lapierre, Tracey A., Marital Status and Depressive Symptoms over time:age and gender variations (2009), Familiy Relations, Vol. 58, Nr. 4, S. 404-416.

[2] Cutrona, C.E. (1996). Social support in couples:marriages as a ressources in times of stress.Thousand Oaks, CA:Sage.

[3] Ross, C.E., Mirowsky, J., & Goldsteen, K.(1990).The impact of the familiy on health:The decade in review.Journal of Marriages and the Familiy, 52, S. 1059-1078.

[4]Crockett, E.E., Neff, L.A. (2012), When receiving help hurts:gender differences in diurnal cortisol responses to spouses supprt, Social Psychological Science, 4 (2), S. 190-197). / Papp,L. M, Pendry, P., Simon, C.D., Adam,E.K., Spouses´cortisaol associations and moderators:testing physiological synchrony and connectness in everyday life (2013), Familiy Process, Vol.52, Nr.2, 284-298.